{"id":11074,"date":"2021-11-15T01:51:00","date_gmt":"2021-11-15T00:51:00","guid":{"rendered":"https:\/\/test.etnaway.com\/?p=11074"},"modified":"2022-07-30T12:50:43","modified_gmt":"2022-07-30T10:50:43","slug":"der-hauptkrater","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/test.etnaway.com\/de\/der-hauptkrater\/","title":{"rendered":"Der Hauptkrater des \u00c4tna"},"content":{"rendered":"\n\n[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;4.15.1&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220;][et_pb_row _builder_version=&#8220;4.15.1&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;4.15.1&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220;][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.15.1&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;]<p>Der Hauptkrater, der wahrscheinlich w\u00e4hrend des gro\u00dfen Ausbruchs von 1669 auf den Ruinen eines anderen, bereits bestehenden Kegels entstand, besteht aus einer \u00d6ffnung mit einem Durchmesser von 500 m in der Mitte eines 250 m hohen Kegels.<\/p>\n<p>Betrachtet man den \u00c4tna vom Meer oder von der K\u00fcste aus, vom Fu\u00dfe seiner \u00f6stlichen Flanke, kann man deutlich erkennen, dass dieser Kegel in Wirklichkeit nur die letzte, die j\u00fcngste Spitze ist, die sich an diesem gro\u00dfen Giganten &#8211; innerhalb einer viel gr\u00f6\u00dferen, bereits bestehenden vulkanischen Struktur &#8211; gebildet hat. Es ist deutlich zu erkennen, dass die gro\u00dfen Flanken des Vulkans nicht mit den Flanken des Hauptkraters zusammenlaufen, sondern mit zwei Vorgebirgen zu beiden Seiten des zentralen Kegels enden, dem Pizzi Deneri (2850 m \u00fc.d.M.) im Norden und dem Montagnola (2613 m \u00fc.d.M.) im S\u00fcden, die deutlich durch Hochebenen, den Piano delle Concazze bzw. den Piano del Lago, getrennt sind.<\/p>\n<h2>Voragine<\/h2>\n<p>Im Hauptkrater kam es im Oktober 1945 zu einem Einsturz im Boden, ganz in der N\u00e4he des n\u00f6rdlichen Kraterrandes, wodurch ein &#8222;Schachtkrater&#8220; oder &#8222;Pit Krater&#8220; entstand. Er wurde Voragine (Schlund) genannt.<\/p>\n<p>Die Aktivit\u00e4ten, die von dieser \u00d6ffnung ausgingen, waren meist recht heftig, aber zum Gl\u00fcck nicht sehr h\u00e4ufig. Vielleicht liegt es an der Lage zum Hauptschacht, der aus der Magmakammer in wahrscheinlich 30km Tiefe kommt, dass die Eruptionen immer spektakul\u00e4r waren.<\/p>\n<p>Die wichtigsten Ausbr\u00fcche fanden 1960, 1998 und im September 1999 statt. Es gab einen leichteren Ausbruch 2013 und den Ausbruch im Dezember 2015, der durch die fantastischen Bilder der 15 km hohen Asches\u00e4ule, genannt Jet, ber\u00fchmt wurde, die sich wie ein Regenschirm \u00f6ffnete und die Form eines Atompilzes annahm. Dies war jedoch nicht der einzige Ausbruch, der diese Gr\u00f6\u00dfe erreichte; mehrere dieser Eruptionen brachten eine 10 bis 15 km hohe Lavas\u00e4ule hervor.<\/p>\n<p>Die Eruption vom Mai 2016 hingegen verursachte einen \u00dcberlauf, der die Wand zwischen Voragine und Bocca Nuova im S\u00fcden durchbrach und Bocca Nuova mit Lava f\u00fcllte. Der Lava gelang es dann den westlichen Rand zu durchbrechen und die Flanke hinunter in Richtung Bronte zu flie\u00dfen. Gl\u00fccklicherweise stoppte der Lavafluss bevor er f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung potenziell gef\u00e4hrliche H\u00f6hen erreichte. Eine weitere Besonderheit, die nach diesem Ausbruch auftrat, ist der Entgasungsschlot, der sich in der N\u00e4he des Nordwestrands \u00f6ffnete. Er wies anfangs Temperaturen im Bereich von 700 Grad auf und begann im November 2017 abzunehmen als der Nord\u00f6stliche Krater seine Aktivit\u00e4t wieder aufnahm.<\/p>\n<h2>Bocca Nuova<\/h2>\n<p>Im Fr\u00fchjahr 1968 \u00f6ffnete sich die Bocca Nuova (\u201eneuer Mund\u201c), n\u00e4her am S\u00fcdrand des Zentralkraters. Urspr\u00fcnglich hatte sie nur einen Durchmesser von 8 Metern, der sich nach und nach vergr\u00f6\u00dferte, vor allem infolge der Absenkung des umgebenden Materials (Subsidenz), das den Boden des alten Hauptkraters bildete, wodurch der Durchmesser der Bocca Nuova bis 1977 auf 350 Meter angestiegen war.<\/p>\n<p>Zwischen den beiden Kratern Voragine und Bocca Nuova bildete sich allm\u00e4hlich eine Scheidewand, die in den letzten Jahrzehnten immer wieder zusammenbrach und sich dann allm\u00e4hlich wieder bildete.<\/p>\n<p>Ab 1997 verst\u00e4rkte sich die Aktivit\u00e4t im Inneren des Kraters und f\u00fchrte zu einer allm\u00e4hlichen F\u00fcllung des Kraters, die im Herbst 1999 in eine heftige strombolianische Aktivit\u00e4t m\u00fcndete. Im darauffolgenden Jahrzehnt senkte sich der Kraterboden jedoch wieder ab, bis es 2011 zu neuer strombolianischer und effusiver Aktivit\u00e4t kam.<\/p>\n<p>Eine f\u00fcr mich besonders erw\u00e4hnenswerte Episode der letzten Jahre ereignete sich am 10. Oktober 2016. Ihr werdet euch vielleicht fragen, warum das f\u00fcr den Autor von besonderer Bedeutung ist. Nun, ich schreibe hier, weil ich gl\u00fccklicherweise rechtzeitig vom Rand des Hauptkraters herabgestiegen bin.<\/p>\n<p>Aber gehen wir einen Schritt zur\u00fcck und beginnen von vorne, denn das, was an diesem Tag geschah, ist eine Folge der Ausbr\u00fcche von Voragine in den Jahren 2015 und 2016, die ich bereits beschrieben habe. Bei diesen Ausbr\u00fcchen ergossen sich zwischen 4 und 5 Millionen Kubikmeter Lava in die Bocca Nuova, f\u00fcllten sie bis zum Rand und erzeugten ein gewaltiges Schlackenfeld, das erstarrte und eine Art riesigen Pfropfen bildete.<\/p>\n<p>Dieses Ereignis hat bei Vulkanologen und Kennern dieses Sektors sofort Besorgnis ausgel\u00f6st, da der Verschluss eines Hauptschachts jedenfalls nichts Gutes verhei\u00dft. Und genau am 10. Oktober 2016 gab es pl\u00f6tzlich eine Explosion, die den St\u00f6psel zerbarst und ihn um mehr als 30 Meter sinken lie\u00df. Gl\u00fccklicherweise gab es keine Verletzten, da die Besuchergruppen, zu denen auch ich geh\u00f6rte, das Gipfelgebiet vor kurzem verlassen hatten.<\/p>\n<p>Heute befindet sich die gro\u00dfe Bocca Nuova in st\u00e4ndiger Entwicklung und wechselt zwischen Phasen, in denen sie sich f\u00fcllt und solchen, in denen sie sich wieder absenkt.<\/p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Hauptkrater, der wahrscheinlich w\u00e4hrend des gro\u00dfen Ausbruchs von 1669 auf den Ruinen eines anderen, bereits bestehenden Kegels entstand, besteht aus einer \u00d6ffnung mit einem Durchmesser von 500 m in der Mitte eines 250 m hohen Kegels. 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