{"id":11100,"date":"2021-12-12T23:46:00","date_gmt":"2021-12-12T22:46:00","guid":{"rendered":"https:\/\/test.etnaway.com\/?p=11100"},"modified":"2022-07-30T12:45:06","modified_gmt":"2022-07-30T10:45:06","slug":"der-ausbruch-des-aetnas-von-2001","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/test.etnaway.com\/de\/der-ausbruch-des-aetnas-von-2001\/","title":{"rendered":"Der Ausbruch des \u00c4tnas von 2001"},"content":{"rendered":"\n[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;4.15.1&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220;][et_pb_row _builder_version=&#8220;4.15.1&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;4.15.1&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220;][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.15.1&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;]<p><strong>Zwei Ausbr\u00fcche in einem<\/strong><\/p>\n<p>Heute erz\u00e4hlen wir euch vom erstem exzentrischen Ausbruch, der wissenschaftlich dokumentiert wurde. Bei einem exzentrischen Ausbruch gelangt die Magma nicht \u00fcber den Hauptschlot nach oben, sondern sucht sich einen anderen Weg von der Magmakammer an die Oberfl\u00e4che. Da sie dabei hartes Lavagestein von fr\u00fcheren Ausbr\u00fcchen durchbrechen muss, sind solche Ausbr\u00fcche sehr selten.<\/p>\n<p>Der Ausbruch von 2001 war eine extrem vielschichtige Aktivit\u00e4t, die 24 Tage lang andauerte, 7 Br\u00fcche bildete und Magma mit zwei unterschiedlichen chemischen Zusammensetzungen an die Oberfl\u00e4che brachte:<\/p>\n<ul>\n<li>Magma, das \u00fcber den bestehenden Hauptschlot nach oben gelangte,<\/li>\n<li>Magma, das \u00fcber einen anderen, neuen Weg emporgestiegen ist, und so mehr fremde Stoffe in sich aufgenommen hat.<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Die Vorgeschichte<\/h2>\n<p>Das neue Jahrtausend startete am \u00c4tna turbulent, mit 66 Eruptionen innerhalb von 7 Monaten. Nach einer kurzen ruhigeren Phase, begann 2001 ein neues Spektakel, und diesmal ein gewaltiges. Dies war zu erwarten gewesen, da die Aktivit\u00e4t der letzten Jahre bereits deutliche Anzeichen f\u00fcr eine zunehmende Magmazufuhr aus dem Erdmantel, vulkanische Ersch\u00fctterungen und Erdbeben sowie eine Verformung des Vulkangeb\u00e4udes (\u00e4hnlich wie bei einem gro\u00dfen Panettone, der aufgeht und schon Anzeichen zeigt, dass er bald zusammensackt) gezeigt hatte.<\/p>\n<p>Nach einem temperamentvollen Jahr 2000 bzw. Anfang 2001, in dem sich die Explosionen haupts\u00e4chlich am S\u00fcdostkrater konzentrierten, nahezu abwechselnd zwischen der \u00d6ffnung im Norden &#8222;Levantino&#8220; und der \u00d6ffnung im S\u00fcden &#8222;Sudestino&#8220;, begann im Mai die Lavaemission wieder zuzunehmen.<\/p>\n<h2>Ablauf des Ausbruchs von 2001<\/h2>\n<p>Die Explosionen wurden immer h\u00e4ufiger bis zum 13. Juli, dem Tag, der den Beginn einer seismischen Aktivit\u00e4t markierte, bei welcher in nur 4 Tagen 2600 Erdst\u00f6\u00dfe registriert wurden (aufgezeichnet durch die \u00dcberwachungssysteme des INGV von Catania, dem Nationalen Institut f\u00fcr Geophysik und Vulkanologie). Gleichzeitig bildeten sich in dem damals flachen Gebiet Piano del Lago auf der S\u00fcdseite des \u00c4tna mehrere Br\u00fcche: zwischen den Kratern Cisternazza und Montagnola war der Druck aus dem Untergrund so stark, dass er die Oberfl\u00e4che auf \u00fcber 2600 Metern H\u00f6he verformen konnte.<\/p>\n<p>Am 17. Juli \u00f6ffneten sich <strong>drei Br\u00fcche<\/strong>, die offiziell den Beginn des eigentlichen Ausbruchs markieren. Sie \u00f6ffneten sich nacheinander zuerst n\u00f6rdlich des S\u00fcdostkraters, dann s\u00fcdlich in 2950 m H\u00f6he und dann in etwa 2720 m H\u00f6he in der N\u00e4he des sogenannten &#8222;Belvedere&#8220;, eines Aussichtspunkts auf das Tal Valle del Bove, wobei letzterer einen Lavastrom verursachte, der sich bedrohlich den Skigebieten des Rifugio Sapienza n\u00e4herte.<\/p>\n<p>Am 18. Juli kommt auf 2100 m H\u00f6he eine weitere Fraktur dazu, die <strong>vierte<\/strong>. W\u00e4hrend sich die bisherigen Br\u00fcche oberhalb des Kraters Montagnola gebildet hatten, \u00f6ffnet sich dieser ungef\u00e4hr 500 Meter unterhalb, westlich der Calcarazzi Krater bzw. oberhalb des oberen Silvestri Kraters.<\/p>\n<p>Die Lava, die aus diesem Riss austritt, bedroht unmittelbar die Infrastruktur des touristischen Zentrums \u00c4tna S\u00fcd. Sie floss in Richtung des Restaurants La Capannina, das dank des Eingriffs des Zivilschutzes und der Feuerwehr und dank der g\u00fcnstigen Lage im Schutz des gro\u00dfen Kegels des oberen Silvestri Kraters gerettet werden konnte.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Entstehung dieser Fraktur treten phreatomagmatische Explosionen und ein Erdbeben der St\u00e4rke 2,7 auf. Dank der sorgf\u00e4ltigen Arbeit von Geologen und Vulkanologen des INGV ist bekannt, dass das durch diesen vierten Bruch erzeugte Material viele Xenolithe enth\u00e4lt, d.h. Einschl\u00fcsse von Sedimentgesteinen und Amphibolmineralien, die auch Wassermolek\u00fcle enthalten. Diese sind in der Lava, die aus den anderen drei Br\u00fcchen kommt, nicht zu finden. Auf Grund dieser Zusammensetzung war erkennbar, dass es sich bei diesem Bruch um eine exzentrische Aktivit\u00e4t handelte.<\/p>\n<p>Am 19. Juli \u00f6ffnet sich ca. 500 Meter oberhalb von Montagnola eine <strong>f\u00fcnfte \u00d6ffnung<\/strong>, wiederum im Gebiet Piano del Lago auf 2750 m H\u00f6he. Es finden haupts\u00e4chlich phreatomagmatische Explosionen statt, die eine 200 bis 300 m hohe S\u00e4ule aus Lapilli und Asche bilden, die der Wind bis in die Kilometer weit entfernten St\u00e4dte tr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Die phreatomagmatischen Eruptionen entstehen durch das Zusammentreffen von Magma und Wasser. Diese Explosionen kennzeichnen diese f\u00fcnfte \u00d6ffnung und auch den Lavafluss auf 2100 m H\u00f6he (vierte \u00d6ffnung), aber nicht die ersten drei, die ebenfalls im Gebiet Piano del Lago, nur wenige hundert Meter entfernt, entstanden sind.<\/p>\n<p>Am 20. Juli meldet sich \u00fcberaschenderweise der S\u00fcdostkrater mit einer leichten strombolianischen Aktivit\u00e4t wieder zu Wort. Auf seiner Nordseite bildet sich zudem eine Reihe von Rissen (der <strong>sechste Bruch<\/strong>), die dem Valle del Leone zustreben und einen Lavastrom hervorbringen, der in Richtung des Fu\u00dfes von Pizzi Deneri und anschlie\u00dfend in Richtung Monte Simone verl\u00e4uft. Alle anderen \u00d6ffnungen bleiben \u00e4u\u00dferst aktiv und produktiv.<\/p>\n<p>Am 22. Juli nimmt die Aktivit\u00e4t der \u00d6ffnung in 2100 m H\u00f6he an Intensit\u00e4t zu, die Lavafont\u00e4nen erreichen eine H\u00f6he von 100 bis 200 Meter. Der gro\u00dfe Auswurf von Lava l\u00e4sst den Lavafluss schnell auf einer H\u00f6he von 1060 m ankommen, aber gl\u00fccklicherweise verlangsamt er sich als er einen flachen Bereich erreicht. Der Lavastrom, der aus dem Bruch auf 2720 m H\u00f6he stammt, zerst\u00f6rt hingegen einige Pylone der Seilbahn und erreicht 2070 m H\u00f6he.<\/p>\n<p>Am 23. Juli \u00f6ffnet sich an der S\u00fcdflanke des S\u00fcdostkraters ein <strong>siebter Bruch<\/strong>, der eine Lavazunge von etwa anderthalb Kilometern L\u00e4nge erzeugt.<\/p>\n<p>Am 24. Juli verlangsamt sich der Vormarsch der meisten Lavastr\u00f6me, aber die \u00d6ffnung in 2570 m H\u00f6he, in der N\u00e4he des Kraters Montagnola, \u00e4ndert ihre Aktivit\u00e4t. Es beginnt eine strombolianische Aktivit\u00e4t, die st\u00e4ndig st\u00e4rker wird und einen Schlackenkegel formt. Der Ausbruch bleibt auch in den folgenden Tagen dominierend, und w\u00e4hrend die anderen Str\u00f6me langsamer werden oder aufh\u00f6ren, zerst\u00f6rt dieser weitere Pylonen der Seilbahn und wird immer bedrohlicher. Er umflie\u00dft die Bergstation der Seilbahn, ohne jedoch Schaden zu verursachen, und erreicht die Talstation, die aber durch die zum Schutz der Seilbahn und des Rifugio Sapienza gebauten D\u00e4mme gerettet wird.<\/p>\n<p>Diese spektakul\u00e4re Aktivit\u00e4t setzt sich in den folgenden Tagen fort, bis am 30. Juli ein neu entstandener Lavafluss die Bergstation der Seilbahn in Brand setzt. Gl\u00fccklicherweise lassen von diesem Moment an die Lavafl\u00fcsse des neugeborenen Kegels Piano del Lago (heute: Laghetto-Krater oder auch Monte Escriv\u00e0) nach, auch dank der Bildung eines kleinen Stroms am Fu\u00dfe des Kraters, der sich ins Tal Valle del Bove ergie\u00dft.<\/p>\n<p>Am 1. August erzwingt die von dem gro\u00dfen neuen Kegel ausgesto\u00dfene Asche wieder einmal die Schlie\u00dfung des Flughafens von Catania. In 2100 m H\u00f6he treten immer noch gef\u00e4hrliche phreatomagmatische Explosionen auf, aber gl\u00fccklicherweise \u00fcberlappt der Lavastrom, nachdem er seinen Verlauf verlangsamt hat, die in den vergangenen Tagen gebildeten Zungen. Die aus der \u00d6ffnung in 2720 m H\u00f6he flie\u00dfenden Str\u00f6me bewegen sich in Richtung Monte Nero degli Zappini.<\/p>\n<p>Ab dem 3. August nimmt schlie\u00dflich auch die Aktivit\u00e4t der letzten noch aktiven Str\u00f6me merklich ab, bis sie am 6. August vollst\u00e4ndig aufh\u00f6rt. Nur die \u00d6ffnung in 2100 m H\u00f6he bleibt bis zum 10. August aktiv, dem letzten Tag dieses Ausbruchs.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das bei diesem gewaltigen Ausbruch ausgesto\u00dfene Lavavolumen betr\u00e4gt 25 Millionen Kubikmeter (dense-rock equivalent; gesch\u00e4tzt von Behncke &amp; Neri).<\/p>\n<p>Bei unseren Touren auf der S\u00fcdseite des \u00c4tna (wie der <a href=\"https:\/\/test.etnaway.com\/de\/aetna-touren\/aetna-sued-tour-2700\/\" title=\"\u00c4tna S\u00fcd Tour 2700\">\u00c4tna S\u00fcd Tour 2700<\/a>) entdecken wir die Zeugnisse dieses vielschichtigen Ausbruchs bzw. dieser beiden enormen Ausbr\u00fcche: Wir essen im Krater Laghetto zu Mittag, besuchen den Bruch auf 2100 m H\u00f6he und wandern auf dem damals entstandenen Lavastrom.<\/p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zwei Ausbr\u00fcche in einem Heute erz\u00e4hlen wir euch vom erstem exzentrischen Ausbruch, der wissenschaftlich dokumentiert wurde. 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